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Zervixkarzinom-Screening in Serbien

Prof. Dr. Dimitrije Segedi

VORBEREITUNG DES NATIONALEN PROGRAMMS ZUR EINFÜHRUNG DES ZERVIXKARZINOM-SRCREENINGS

Das Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) steht nach Häufigkeit an zweiter Stelle bei Frauen. Daran sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation im Jahre 2005 250000 Frauen verstorben davon 80% in Entwicklungsländern. In Serbien steht das Zervixkarzinom nach Häufigkeit an dritter Stelle und an vierter Stelle als Todesursache maligner Erkrankungen bei Frauen. Serbien hat die höchste Inzidenz des Zervixkarzinoms in Europa (24,3 auf 100000 Frauen/ Jahr). In drei serbischen Regionen liegt die Inzidenz über 30.
 
Mittels Analyse der bisherigen Angaben über die diagnostizierten invasiven Stadien der Erkrankung in unserem Lande, wird der maligne Prozess am Gebärmutterhals in 76,6% der Frauen bei  Lymphknotenbefall entdeckt. In 18,2 % der Fälle ist die Erkrankung auf den Gebärmutterhals beschränkt und in 5,1 % ist der Prozess fortgeschritten und wird aufgrund von Fernmetastasen diagnostiziert.
 
Die Primärprävention und frühe Entdeckung in Serbien sind unzureichend, obwohl die Risikofaktoren für die Entstehung des Zervixkarzinoms genau bekannt sind. Dieses Karzinom zählt zu den seltenen Karzinomen, das zunächst prämaligne Veränderungen ausbildet. Sofern diese nicht behandelt werden, entwickelt sich ein invasives Karzinom.
 
In unserem Land gibt es genügend Gynäkologen (in Bezug auf die Einwohnerzahl mehr als in der BR Deutschland), jedoch sind die bisherigen Resultate ihrer Arbeit und Organisation des Gesundheitsdienstes unbefriedigend.
 
In Serbien gibt es nicht genügend ausgebildete Zytopathologen für die Qualitätskontrolle des zytologischen Screenings, so dass auf diesem Gebiet eine weitere Ausbildung des Kaders bzw. der Pathologen erforderlich ist.
 
Vor dem Hintergrund dieses Problems hat das Gesundheitsministerium in der zweiten Hälfte des Jahres 2006 eine spezielle Arbeitsgruppe zur Prävention des Zervixkarzinoms aus 9 Mitgliedern benannt. Zum Projektleiter dieser Arbeitsgruppe wurde der Gynäkologe und Geburtshelfer Prof. Dr. Dimitrije Segedi aus Novi Sad benannt.
 
Im ersten Schritt wurde eine Analyse der bestehenden Kaderkapazitäten und der Ausstattung mit bestimmten Medizinapparaten in primären Gesundheitseinrichtungen vorgenommen. Darauf folgend wurde ein Ausbildungsplan für das zytologische Screening ausgearbeitet als Vorschlag der  Reorganisation des primären Gesundheitsdienstes in diesem Segment.
 
In Europa wurde das Zervixkarzinom-Screening in sieben Ländern und zwar Dänemark, Finnland, Schweden, Holland, Großbritannien, Ungarn und Slowenien eingeführt.
 
Der wesentliche Unterschied zu unserem Land liegt darin, dass diese Länder wesentlich reicher sind. Deshalb müssen die Voraussetzungen mit Fingerspitzengefühl nach Regionen festgesetzt werden (Kader, Ausstattung, Ausdehnung, Organisation, Ausbildung, Aufklärung der Bürger u. a.).
 
Wenn ohne diese Voraussetzungen mit dem Screening begonnen würde, bestünde die Gefahr, dass viel Geld verbraucht und die Ergebnisse schlecht wären.
 
Um die Organisation und Führung des Screenings in Slowenien unter der Bezeichnung ZORA kennen zulernen, besuchten zwei Mitglieder dieser Arbeitsgruppe unter Organisation der Weltgesundheitsorganisation in der zweiten Februarhälfte Ljubljana.
 
Slowenien hat einen gut organisierten Staat, Gesundheitssystem und ein hohes nationales Pro- Kopf-Einkommen, so dass dieses Screening erfolgreich gewesen ist, obwohl es nach den Kollegen aus Slowenien auch wesentlich besser sein könnte. Die Kollegen aus Slowenien sind bereit, sämtliche für unser Land erforderliche logistische Unterstützung anzubieten, die von ihnen durch eigene Erfahrungen erworben wurde.
 
Aufgrund der Angaben der Weltgesundheitsorganisation, der Vorschriften der Europäischen Union und der Erfahrungen aus Slowenien wurde der Vorschlag unterbreitet, dass das Zervixkarzinom-Screening auch in den Ländern eingeführt wird, in denen die Voraussetzungen gegeben sind und in anderen Regionen die fachlichen und materiell-organisatorischen Voraussetzungen geschaffen werden.
 
Die Träger des Screeningprogramms sollten primäre Gesundheitseinrichtungen sein, d.h. kommunale Krankenhäuser und lokale Gemeinden.
 
Wir hoffen, dass zum Jahresende (dort, wo die Bedingungen bestehen werden) auch in unserem Land (entsprechend den materiellen Bedingungen) das Zervixkarzinom-Screening eingeführt wird.

Novi Sad, 12.03.2007
  
Prof. Dr. Dimitrije Segedi

 
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